
(Foto: Lukas Viehweg)
Auf unserem Terminplan steht für heute ein Konzert in der Bethlehemkirche in Kiel-Friedrichsort. Als ich in der Nähe der Kirche parke, ertönt gerade das 18 Uhr-Geläut. In der Kirche läuft noch der Soundcheck. Als wir uns zum Einsingen aufstellen, wird klar, dass wir heute sehr gut besetzt sind. Wir müssen uns etwas „zurechtruckeln“, aber schließlich hat jeder seinen Platz gefunden.
Später haben wir noch einen Moment Pause, während sich die Kirche langsam füllt.
Um 19:00 geht es pünktlich mit Sing a new song los, während der Chor in die Kirche einzieht. Gloria übernimmt anschließend die Begrüßung. Sie berichtet, dass wir heute bereits zum 10. Mal in der Bethlehemkirche seien. Sie selbst sei immer dabei gewesen, meint sie, was vom Publikum mit einem Applaus quittiert wird. Darauf wollte Gloria aber nicht hinaus. Sie erzählt dann, dass sie beim letzten Konzert eigentlich im Urlaub gewesen wäre, aber nachdem der Flieger überbucht war, „hatte ich nach 20 Stunden Wachsein nichts Besseres zu tun, als mit diesem tollen Chor ein Konzert zu singen“ und dreht sich lachend zu uns um.
Es geht weiter mit dem Gospelboat-Klassiker Michael row the boat ashore, bevor Gaby G. die nächsten beiden Lieder ansagt, zunächst Will the circle be unbroken. Hier geht es um Verluste, aber man ist trotzdem verbunden. Am Ende verlässt man selbst diese Welt und dann schließt sich der Kreis. Es ist ein sehr kraftvolles Stück. Danach steht mit I heard the voice of Jesus wieder ein überwiegend ruhiges Lied auf dem Programm. Dem Publikum gefällt es anscheinend.
Jetzt tritt Bärbel vor das Mikrofon und meint, dass es trotz der aktuellen Lage auch Gutes gibt, was aus Amerika kommt, nämlich May you always have a song, ein Lied voller Zuversicht und Liebe. Und Mary did you know, das die wunderbarste aller Geschichten sei (die Geburt Jesu). Erzählt wurde sie in diesem Fall von einem christlichen Comedian aus Texas. Unsere ZuhörerInnen wirken amüsiert. Bei „Mary“ brauchen wir dann zwei Anläufe, da eine Solistin es zu eilig hat. 😉
Jetzt erkläre ich, dass es bei From a distance darum geht, dass unser Planet bzw. das Leben hier aus der Entfernung anders aussieht als es tatsächlich ist. Da heißt es z.B. übersetzt: „Aus der Entfernung siehst Du aus wie mein Freund, obwohl wir eigentlich im Krieg sind.“ Ich erzähle, dass mir der Gedanke Mut macht, dass die allermeisten Menschen wohl in Frieden leben möchten. Und dass es mir hilft mehr im „Hier und Jetzt“ zu sein. Ich schließe mit den Worten: „Also, wir sind hier in dieser schönen Kirche und dürfen singen – ein guter Tag!“, woraufhin das Publikum lacht.
In dem anschließenden Just a closer walk, was ich persönlich auch sehr mag, gibt es wieder den (für unsere Zuhörenden) überraschenden Tempowechsel. Das gibt dem Lied richtig Schwung und dem Publikum auch. 😉
Eine Besonderheit in dieser Kirche ist, dass es im Konzert immer eine Pause gibt. So auch heute. Nach Jesus Majesty (hier hat Angelika an die diesjährige Jahreslosung der EKD erinnert: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!". (Offenbarung 21,5), My Words (Alles vergeht, nur die Worte Gottes bleiben) und We are going down Jordan haben wir eine Verschnaufpause. Wer mag, kann sich ein Getränk holen.
Anschließend geht es mit Lean on me weiter. Ich blicke in die aufgeräumten Gesichter unserer ZuhörerInnen und denke, was ist das für eine schöne Atmosphäre. Hinterher meint meine Schwester: „Die Konzerte in Friedrichsort waren immer gut“ und das empfinde ich auch so. Dazu trägt sicherlich bei, dass wir in Kieler Kirchen meist zahlreich vertreten sind.
Auch der zweite Teil unseres Programms läuft sehr gut. Daniela denkt bei This is the Lord´s doing an die Natur und dass diese nicht menschengemacht sein kann, sondern „dies ist Gottes Werk“.
Nach einigen getragenen Liedern ruft Gaby G. bei ihrer nächsten Ansage „Es geht looos“ und imitiert einen Jahrmarktschreier, was ich ziemlich lustig finde. Es passt auch, denn jetzt folgen mit How I got over und I feel your spirit wieder dynamischere Stücke. Das Publikum geht begeistert mit.
Die letzten beiden Stücke im Programm sind heute Baba Yetu und The house of the Lord. Schnell werden ein Stuhl und das Euphonium von Hauke nach vorn gebracht, bevor wir mit unserem afrikanischen Lied beginnen. Es kommt wie immer gut an, genau wie The house of the Lord. Anschließend ertönt euphorischer Applaus und natürlich haben wir noch zwei „Bonustitel“ auf der Liste: Jesus on the mainline und Born again veranlassen das Publikum zu standing ovations.
Es war wieder ein schöner Abend!
Gaby von der Heydt

(Foto: Verein Bethlehemkirche)



1.12.2018 Adventskonzert in der Vicelinkirche Kiel (Foto: Michael Heinrich)