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Konzert mit Felice in der Bethlehemkirche Kiel am 21.03.2026

 

(Foto: Katja Reinhardt)

Heute steht ein wirklich besonderes Konzert auf unserem Programm, eine Premiere für Gospelboat:

Wir begleiten die Singer-Songwriterin Felice in ihrem Konzert bei einigen Songs als Backgroundchor. Im Vorfeld gab es schon ein bisschen Aufregung und intensive Vorbereitung. Einige wenige wollten sich für einen Backgroundchor nicht hergeben, etliche sind heute aus zeitlichen Gründen verhindert. Aber immerhin 20 Sängerinnen und Sänger sind bei diesem -wie ich finde- tollen Projekt dabei.

Unser Chorleiter Heiko hat in ziemlich kurzer Zeit (einige Wochen) die entsprechenden Chorstimmen für die vier Lieder aufgeschrieben, was sehr aufwändig für ihn war. Darüber hinaus hat er uns etliche Links zur Verfügung gestellt, hinter denen sich eingesungene Stimmen usw. zum Üben befanden. Heiko war von Anfang an Feuer und Flamme für diese Idee. Während der letzten beiden Proben haben wir besonders intensiv an diesen Stücken gearbeitet, und ansonsten hat sich auch jeder und jede zu Hause vorbereiten können.

Bis heute haben wir Felice nicht persönlich kennengelernt, aber ihre besondere positive Ausstrahlung und Herzenswärme ist bereits in Form von Briefen und Videos (und Schokolade 😉) bei uns angekommen.

So bin ich jetzt etwas aufgeregt, freue mich sehr auf den heutigen Abend und bin extrem gespannt.

Als ich pünktlich in der Kirche ankomme (dazu wurden wir heute nochmal extra aufgefordert 😉), sind die meisten schon da, und sofort sehe ich Felice am Eingang stehen, die sich mit einigen Gospelboatlern unterhält. Einige Zeit später beginnt das Einsingen. Anschließend begrüßt und dankt uns Felice und sagt, wie sehr sie sich freut, dass es mit unserem gemeinsamen Abend klappt.

Unsere Probe beginnt und erstmals singen wir gemeinsam mit Felice und ihrem Gitarristen Bruno. Wir starten mit dem für uns schwierigsten Stück, Rain for Carla. Die Gitarre hinter mir klingt etwas anders als unser Gesang. Netterweise meint Bruno anschließend, seine Gitarre sei verstimmt und wir hätten super gesungen. Tatsächlich sind wir aber wohl gesackt. Die Gitarre wird lauter gedreht und beim nächsten Versuch klappt es. Wir müssen uns etwas eingrooven, aber es fühlt sich toll und jetzt endlich vollständig an. Felice und Bruno freuen sich auch beide sichtlich.

Bei I sing you an embrace startet Felice an einer Stelle normalerweise mit einem Rap. Aber sie setzt nicht ein, so dass wir abbrechen. Sie sagt: „Es ist verrückt, ich möchte Euch immer so gerne zuhören und dann…“ Alle lachen. Ich bin froh, hier zu sein. 😊

Schließlich ist die Probe zufriedenstellend beendet und wir haben noch reichlich Zeit. Ich gehe mit einigen zum nachgelegenen Italiener. Nach einer Stunde sind wir zurück, die Kirche hat sich schon gut gefüllt.

Da wir erst am Ende des ersten Teils an der Reihe sind, sitzen wir vorerst im Publikum. Der Küster kündigt die beiden Künstler an und es erscheinen Felice und Bruno, Felice jetzt in einem glamourösen Outfit. Nachdem sie das Publikum begrüßt hat, kündigt sie auch uns an und erzählt, dass es ein Kindheitstraum von ihr sei, einmal mit einem Gospelchor zu singen. Sie wirkt begeistert. Heute ist es nun soweit.

Die beiden starten mit ihrem Programm. Es ist eine Mischung aus selbst geschriebenen Songs und Coversongs. Zwischendurch erzählt Felice etwas zum Inhalt der Stücke. Leider sind die Ansagen anfangs schlecht zu verstehen, im zweiten Teil des Konzerts wird es besser werden. Zu Bond of love sagt sie sinngemäß, dass sie davon überzeugt sei, dass man mit Liebe den Hass überwinden kann. Später spricht sie darüber, dass manche Menschen so unerwartet aus dem Leben gehen, dass man sich nicht verabschieden kann. Mir wird ganz anders und den meisten Chorleuten geht es vielleicht ähnlich. In Your light singt sie dann Texte wie „I wish I could have said Goodbye“.

Dann ist es soweit, wir nehmen unsere Plätze ein und starten mit Rain for Carla. Es ist schon ein bisschen aufregend, jetzt mit den beiden zusammen aufzutreten. Anschließend geht es gleich mit When you believe weiter. Das klappt gut und macht Spaß. Danach gibt es die in der Bethlehemkirche obligatorische Pause, bevor es mit dem zweiten Teil weitergeht.

Ich freue mich sehr über einige Bekannte, mit denen ich mich länger unterhalte.

Nach der Pause starten Felice und Bruno mit einem Pink-Cover, nämlich Fucking perfect. Auch im zweiten Teil performen sie aber überwiegend eigene Songs. Zwischendurch erzählt Felice z.B. eine lustige Anekdote zu ihrem Start als Straßenmusikerin.

Zum Ende des Konzerts sind wir wieder dabei. I sing you an embrace steht auf dem Plan und Felice schildert die Geschichte dieses besonderen Songs. Er entstand in der Corona-Zeit, als körperliche Nähe oft nicht möglich war. Zu dem Lied existiert auch ein bewegendes Video, in dem MusikerInnen und SchauspielerInnen aus aller Welt mitwirken. Zum Schluss sagt Felice strahlend: „Ich freue mich, jetzt auch Gospelboat in die Sing-you-an-embrace-Familie aufzunehmen.“ Diesem schönen Gedanken hänge ich noch etwas nach.

Wir beginnen und es ist ein tolles Gefühl, dieses Stück jetzt mit Felice zusammen zu singen! Es hat schon eine besondere Dynamik. Anschließend folgt zum Abschluss I´ll be up there, was ich auch klasse finde. Zum Ende wechselt Felice von der Gitarre lächelnd an den Flügel, so dass wir einen Moment lang auf sie warten müssen. Und dann singen wir, begleitet von Felice, Gitarre und Klavier, mit voller Begeisterung „Keep me where the light is“. Ein fulminantes Finale. 😊

Begeisterter Applaus ist die Antwort und Felice tritt erneut an das Mikro und bedankt sich. Während der ersten Zugabe von Felice und Bruno bleiben wir vorn stehen. Wieder bringt das Publikum seine Begeisterung zum Ausdruck. Felice verrät nun unseren Zuhörenden, dass wir letztlich nur eine Stunde gemeinsam proben konnten.

Als letzte (gemeinsame) Zugabe erklingt dann nochmals I sing you an embrace, am Ende A-cappella und viele aus dem Publikum klatschen mit. Es ist der perfekte Abschluss.

Von vielen Chorleuten höre ich im Anschluss sehr positive Stimmen wie z.B. „Das war mal etwas Besonderes“. Das empfinde ich genauso. Der Abend klingt mit anregenden Gesprächen und „echten“ Umarmungen aus. 

Gaby von der Heydt