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GOSPELBOAT legte in Flintbek an - 18.4.2026

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 (Foto: Lukas Viehweg)

Nach 12 Jahren hat GOSPELBOAT wieder in der Kirche von Flintbek festgemacht.
Um 17 Uhr treffen sich die ersten von uns zum Technikaufbau. Jede Kirche hat ihre Besonderheit. Die Flintbeker Kirche bietet uns insgesamt ausreichend Platz für Chor und Band. Dennoch verzögert sich der Technikaufbau etwas, sodass wir mit etwas Verspätung mit dem Einsingen beginnen.

Heute ist alles ein wenig anders. Bereits am Donnerstag erhielten wir ein geändertes Programm. Zwei unserer Solisten können leider nicht am Konzert teilnehmen. Lieder werden getauscht, Ansagen neu verteilt.

Während des Aufbaus erhält unser Chorleiter die nächste Hiobsbotschaft: Eine weitere Solistin sagt kurzfristig ab. Ihr Auto ist liegen geblieben, und sie wird es nicht schaffen, zu uns zu stoßen.
Schnell wird überlegt und geprüft, wer ihr Solo übernehmen kann. Auch Ihre Ansage und die Stücke auf dem Cajon werden neu verteilt.

Zum Einsingen proben wir „I Feel Your Spirit“, bei dem Gloria kurzfristig das Solo übernommen hat. Es funktioniert gut. Nun haben wir vor Konzertbeginn noch kurz Zeit zum Entspannen. Das Wetter ist schön, und einige genießen die Sonne. Zu dieser Zeit sitzen auch bereits die ersten Besucher vor der Kirche. Viele widmen sich auch der schönen Architektur der Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Dort gibt es z. B. einen Sternenhimmel – eine Holzdecke, die entsprechend bemalt ist.

Punkt 19 Uhr starten wir mit „Sing a New Song“, heute mit Beate und Vigo als Solisten. Im Anschluss begrüßt uns Diakon Martin Friele. Er begrüßt uns als Kieler Gospelchor „Gospeltrain“.
Ein Raunen geht durch die gut besuchte Kirche. Gelächter wird laut, und freundlich, aber bestimmt, korrigieren wir ihn: „Wir sind GOSPELBOAT!“ Martin versucht sich zu erinnern, wann wir bereits in Flintbek gesungen haben. Ich helfe ihm: 2012. Ich hatte dies für meine Ansage recherchiert. Im Anschluss begrüße ich seitens GOSPELBOAT die Zuschauer.

Mittlerweile habe ich  persönlich eine engere Verbindung zu dieser Kirche. „Musik verbindet!“ – unsere frühere Pianistin kommt aus Flintbek. Durch diese Verbindung durfte ich bereits mehrmals Weihnachtsgottesdienste mitgestalten. Petra ist heute auch im Publikum, umringt von ihren Chorsängerinnen verfolgt sie das Konzert von der Empore aus.

Es geht weiter im Programm mit „Michael Row“. Spannenderweise hat Petra dieses Lied vor langer Zeit arrangiert.

Bei den ersten Liedern gab es noch regen Austausch mit unserem Techniker. Erst ist der Bass nicht auf dem Monitor zu hören, dann auch die Gitarre.

Als wir „I Heard the Voice of Jesus say“ anstimmen, klingt es irgendwie komisch. Nach kurzer Analyse wird klar: Der Bass muss noch einmal gestimmt werden. Beim nächsten Anlauf klappt alles.

Für die nächste Ansage hatte ich mich gemeldet. Ich kündige unter anderem „Mary, Did You Know“ an, das ich gleich selbst als Solistin singen werde. Ich muss feststellen: Das ist ungeschickt. Meiner Stimme täte es gut, kurz etwas Wasser zu trinken. Kurzerhand thematisiere ich mein Problem, mache die Ansage und bitte um Verständnis, da ich kurz noch etwas trinken muss. Gesagt, getan. Das Lied wird durch den Solisten gestartet. Als ich anfange zu singen, habe ich kurz keine Mikrofonunterstützung. Zusätzlich läuft unser Chorleiter zum Technikplatz. Ich versuche, mich zu konzentrieren, um die Reihenfolge des Textes einzuhalten. Es gelingt mir fast, aber ich glaube, der Textwechsel ist kaum jemandem aufgefallen.

Bei „My Words“ fordert unser Chorleiter immer gerne das Publikum auf, am Ende des Liedes mit einzustimmen. Dieses Mal lässt er das Publikum noch weitersingen, als er uns als Chor bereits abgewunken hat. Es kommt ein fülliger Chorklang aus dem Zuschauerraum. Es wird deutlich: Hier sind viele Chorsängerinnen und -sänger im Raum. Wir applaudieren am Ende des Liedes dem Publikum.

Insgesamt läuft das Konzert gut. Nun kommt die nächste Herausforderung: ein kurzer Technikumbau. Katharina wird vom Klavier aus „Lean on Me“ singen. Sie macht das toll!

Bei ihrer Ansage lässt uns Gisela teilhaben: „Es ging mir heute nicht sehr gut. Ich habe überlegt, zu Hause zu bleiben. Nun bin ich froh, dass ich gekommen bin. Das Singen hat dazu geführt, dass es mir jetzt schon besser geht.“ – Wie schön.

Wir fahren mit unserer musikalischen Reise fort. Bei „Mamaliye“, einem afrikanischen Lied mit kleiner Choreografie, ist von der Empore Unruhe wahrzunehmen. Petra und die anwesenden Sängerinnen ihres Chores stellen sich analog zu uns auf und singen und „tanzen“ parallel. Das ist sehr lustig.

Das Solo, das Gloria kurzfristig bei „I Feel Your Spirit“ übernommen hat, funktioniert auch im Konzert super. Den Abschluss macht Vigo mit „How I Got Over“. Das Publikum fordert eine Zugabe.

Auch zum Ende des Konzertes ergreift Martin das Wort. Er bedankt sich für den tollen Abend und überreicht unserem Chorleiter ein verdächtig nach einer großen Packung „Merci“ aussehendes Geschenk. Damit sollen wir gelockt werden, früher als in 12 Jahren wieder nach Flintbek zu kommen. Das machen wir natürlich gerne.

Heiko macht auf die Kollekte aufmerksam. Die Hälfte geht an die Kirchengemeinde Flintbek für die Sanierung des Glockenturms. Die andere Hälfte dient uns zur Finanzierung unseres Chores.

Dann singen wir als Zugabe „Jesus on the Mainline“. Nach dem sehr ruhigen Intro zähle ich das Stück in einem schnellen Rhythmus ein. Die Stimmung überträgt sich schnell auf die Zuhörerinnen und Zuhörer. Es wird fleißig mitgeklatscht, und am Ende stehen alle.

„Es war ein tolles Konzert“, höre ich von vielen im Nachgang. – Ja, das war es.

Gabriela Götz